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Die Remscheider Entsorgungsbetriebe müssen gegenüber der Stadt Remscheid und der Öffentlichkeit nicht nur den wirtschaftlichen Betrieb nachweisen, sondern stehen auch für die erklärten Leitlinien ihres Handelns: Gesundheit, Hygiene, Schutz der Gewässer und der Umwelt.

Demzufolge nehmen diese Themen auch bei der Sanierung und Modernisierung des Standortes der Entsorgungsbetriebe in der Nordstraße 48 einen herausragenden Stellenwert ein.

Ende 2004 wies dieses, zu Beginn der 60er-Jahre als Stahlbeton-Skelett-Bau erstellte Bestandsgebäude noch erhebliche Defizite auf. Diese führten zu einem unwirtschaftlichen Betrieb, Fehlbelegungen und im Zuge der Zentralisierung der Stadtverwaltung ebenfalls zu drohenden Leerständen.

Folgende Defizite wurden in der durch Fachingenieure und Architekten erstellten Studie aufgezeigt:

  • Als öffentliches Gebäude nicht behindertengerecht
  • Haupttreppenhaus in Teilen nicht mit 2 m Kopfhöhe umgesetzt
  • Hauptzugang des Gebäudes sehr schlecht auffindbar, keine öffentlichen Zonen
  • Fassade in bautechnisch mangelhaftem Zustand
  • Dachfläche undicht und sanierungsbedürftig
  • Schlechter Dämmstandard, insbesondere Probleme in Anschlussbereichen (Kältebrücken)
  • Überhitzung im Sommer aufgrund unzureichendem sommerlichen Wärmeschutz
  • Veralterte technische Gebäudeausrüstung mit überhöhten Verbräuchen und fehlenden Ausbaustufen
  • Mangelhafte Statik
  • Unzureichender Brandschutz

Diese aufgezeigten Defizite stellen den "typischen Handlungsbedarf" dar, der sich für die Betreiber und demzufolge für die Architekten und Ingenieure in zunehmendem Maße im Umgang mit dem Bestand ergibt.

Durch Umstrukturierung des Gebäudes an der Nordstraße 48, Zentralisierung der Unterbetriebe an diesem Standort und die Sanierung und Modernisierung des Gebäudekomplexes konnte Ende 2006 wieder ein wirtschaftlicher Betrieb hergestellt werden.

Neben der Neuorganisierung des Grundrisses stellt die Erneuerung der Fassade einen wesentlichen Bestandteil der Sanierungsmaßnahme dar. Von den untersuchten Materialien wurden Fassadenkonstruktionen in Gussglas und mit Kunststoff-Mehrstegplatten aufgrund der aufgezeigten innovativen Potentiale in die engere Wahl gezogen.

In einer durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderte Forschungsstudie wurden in Gegenüberstellungen die Qualitäten bzgl. der Dämm- und Belichtungsfunktionen, der passiven und aktiven Solarenergienutzung, der gestalterischen und ökonomischen Konsequenzen und der ökologischen Rucksäcke von der Gewinnung der Rohstoffe bis hin zur Verarbeitung und Wiederverwendung von Bauteilen bewertet. Der diesbezüglich erstellte Forschungsbericht weist die ausgewählte vorelementierte Fassade mit der Bekleidung aus Kunststoff- Mehrstegplatten als die günstigste Variante bzgl. der Investitionskosten, der Energieverbräuche und der benötigten ökologischen Rucksäcke auf.

Mit der Untersuchung und Realisierung dieses Musterbauvorhabens konnte aufgezeigt werden, dass lichtdurchlässige Kunststoffprodukte in der Architektur in den letzten Jahren ihren festen Platz bekommen haben. Bauvorhaben, bei denen geringes Gewicht, hohe Belastbarkeit und niedrige Kosten gefordert sind, kann mit dem gezielten Einsatz dieser Produkte ein Vorteil gegenüber konventionellen Konstruktionen aus Glas genutzt werden und somit die Vorgaben aus dem Leitfaden nachhaltigen Bauens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnwesen umgesetzt werden.
Selbstverständlich präsentiert sich das neue Gebäude Innen und Außen auch mit einer neuen Erscheinung, die vollkommen neue Lebens- und Arbeitswelten möglich macht.

In den 4 verschiedenen Fotogalerien (siehe Navigation oben) werden Sie von 2 festen Außenstandorten und im Rundgang durch das Gebäude über die Verwandlung informiert.

Eine interessante Veröffentlichung hierzu erfolgte zuletzt in der Deutsche BauZeitschrift (DBZ): Energie Spezial 1/2010 (PDF 900KB)

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